Letzte Woche gab’s den 1. Art Directors Club Brand and Ideas Congress (ADC BIC) in Berlin. Ich muss gestehen, daß der ein wenig an mir vorbeigegangen ist ;-) Wenn ich mir aber die Nachbereitung Berichterstattung ansehe, muss ich feststellen, daß ich eigentlich ganz zufrieden damit bin, nicht dort gewesen zu sein; nicht das ich das vorgehabt hätte, wenn es nicht an mir vorbei gegangen wäre… :-D

Es ging wohl unter anderem (wieder mal) über Marketing im Internet (mal simpel gesagt). Naja, das im Internet geworben wird, dürfte den meisten Internetbesuchern auch schon aufgefallen sein ;-) Auf der anderen Seite versteht sich der Kongress vom Namen her als Kreativmeeting derjenigen, die meinen, davon Ahnung zu haben (ok, ist jetzt etwas überspitzt formuliert).

Referenten aus aller Welt gaben ihre Meinungen zum Besten: Vorträge über’s Internet und dessen Nutzer, über den minderprickelnden Kreativoutput, den deutsche Onlinewerbung dieser Tage bringt,  oder auch über das “Ärgernis” Blogosphäre, der nervenderweise praktisch anonymen Meinungsbildung im Netz. Dabei wurden auch zwei neue “Buzzphrases” für die Blogosphäre aus dem Hut gezogen: “Army of Davids” oder auch “Loser Generated Content”.

Ich kann mich dabei des Eindrucks nicht erwehren, daß hier “Kreativkinder” (weil ja angeblich nur unter 25jährige über eine im Agenturleben aktzeptierte Internetkompetenz verfügen) darüber rumnölen, daß ihre ach so brillianten Marketingideen durch die natürliche Eigendynamik des Internets durchaus des Öfteren einfach im Sand verlaufen.

Sorry folks: Das Internet ist nicht die perfekte Plakatwand, die man nur mit bunten Bildchen zubappen muss, und von jetzt auf gleich rennt der verwirrte verdummte verehrte Konsument los, und sorgt für Umsatz. Höre ich da ein “Echo” aus dem .com-Hype von vor ein paar Jahren? Bloss weil “Internet” draufsteht, muss auch “serious money” drin sein?

Man möchte ein fröhliches “GET REAL!” oder besser noch “GROW UP!” in die Runde werfen.

Es ist doch wie im realen Leben: Endlos viele Unternehmen möchten ihre endgeilen tollen Produkte auf den Markt werfen. Dumm nur, daß man als Unternehmen mit seinem Produkt nicht alleine dasteht. Da sind ärgerlicherweise auch noch endlos viele Konkurrenzprodukte. Und im realen Leben isses nun auch nicht so einfach, dem Konsumenten zu vermitteln, daß genau dieses oder jenes Produkt den jeweilen “heiligen Gral” darstellt.

Und nur, weil z.B. Blogger (oder youtube, oder was auch immer) einen mittlerweilen immensen Anteil in der täglichen Internetnutzung darstellen, rumzuheulen, daß vor lauter “Loser Content” keine effiziente Werbung plaziert werden kann… vor allem in Blogs… also mal ehrlich *kopfschüttel* Das Internet ist doch mehr und vor allem was anderes, als per se der heilige Gral einer Werbeplattform. Wenn den “Kreativen” dazu nichts Besseres einfällt, als rumzuheulen, ist das m.E. sicher nicht die Schuld derjenigen, die “werbeinkompatiblen” Content produzieren, und damit den Konsumenten von der ach so wichtigen Werbung “ablenken”.

Es ist nun mal eine simple Tatsache, daß man heutzutage einfach gewisse Schwierigkeiten hat, sich aus der Masse herauszuheben. Und woraus diese “Masse” nun eigentlich besteht, liegt glücklicherweise nicht im Ermessen der “Kreativkinder” ;-)