Paternoster (Aufzug) Bundesministerium der Finanzen (Detlev-Rohwedder-Haus; früher Reichsluftfahrtministerium bzw. Haus der Ministerien der DDR), Wilhelmstraße 97/Leipziger Straße, Berlin. |Sou)Auf Gedankensprünge bin ich gerade über einen schon etwas älteren Artikel zum Thema Paternoster gestolpert. Ich muss ja sagen, daß ich diese Teile auch immer sehr spannend fand. Ich weiss noch, daß wir als Kinder “immer gerne rundrum” gefahren sind, weil wir das als “extrem gefährlich” und daher als Mutprobe/Adrenalinkick ansahen :D

Mittlerweile gibt’s die ja kaum noch. Aus Sicherheitsgründen (Personenschäden/Brandschutz) und auch aus Gründen der “Barrierefreiheit” werden solche Aufzüge seit 1974 nicht mehr neu eingerichtet. Vorhandene Anlagen dürfen aber u.U. noch in Betrieb gehalten werden.

Mich erinnert die Diskussion über Paternosteraufzüge immer ein wenig an einen Aufzug in einer Firma, in der ich früher mal gearbeitet habe. Das Teil war alt. Aber sowas von. Es war klein, praktisch, und es war schnell. Gebaut war der Aufzug wie eine Miniaturausgabe eines Lastenaufzuges. Er war innerhalb des Schachtes von zwei Seiten offen. Sprich, zwei Kabinenwände, und zweimal “Wandzugriff”.

Ich würde annehmen, daß sich normalerweise niemand an die Wand lehnt, um dann völlig überrascht festzustellen, daß der Aufzug sich bewegt. “Oops, ich bin da aus Versehen in diesen Aufzug gestiegen. Dann hab’ ich mich angelehnt, und der Aufzug hat sich widererwartend in Bewegung gesetzt. Mir hat’s die Sachen und meine Haut bis zum Knochen abgeschliffen!” ummm… kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Zumal der Aufzug nun auch nich’ sooo schnell war.

Die haben den Aufzug dann sicherheitstechnisch aktualisiert: Lichtschranken zu den offenen Wandseiten, die den Aufzug bei Unterbrechung anhalten. Die aber mit einem Sicherheitsabstand zu Wand von immerhin 20 cm (!). Somit war der Aufzug nur noch von einer, oder max. zwei (dann aber vorsichtigen) Leuten sinnvoll zu befahren. Bei Unterbrechung der Lichtschranke blieb der Aufzug stehen. Ok. Aber er blieb eine satte Minute (!) stehen. Zudem wurde auch noch die Transportgeschwindigkeit auf ein Viertel verringert. Ich würde mal annehmen, daß selbst achtzigjährige eine Treppe schneller besteigen können ;-) Unnötig zu sagen, daß der Aufzug danach kaum noch benutzt wurde.