s gibt ja Zeiten, an denen ich gerne einkaufen gehe. Es gibt dazu passend aber auch Zeiten, an denen das nicht so ist. Vorzugsweise an Freitagabenden oder Samstagvormittagen. Dummerweise kommt mein Kühlschrank aber oft im falschen Moment, resp. an just solchen Momenten “auf die Idee”, kein(e) [insert item of choice here] vorrätig zu haben. Dann muss man wohl oder übel noch mal raus. Oder eben nicht, und sich was anderes einfallen lassen.

Ich habe mich für Ersteres entschieden, und bin “mal kurz rüber” zum Aldi. Nur für ein paar Kleinigkeiten und Leergut wegbringen. Die Leergutannahmemaschine war gut drauf und so konnte ich recht schnell meine Kleinigkeiten zusammentragen. Ich versuche ja immer, solche Einkäufe schnell zu erledigen. Einfach deshalb weil ich finde, daß an manchen Tagen einfach zuviele desorientierte Einkaufende unterwegs sind. Ihr wisst schon: Die Leute, die offensichtlich (zumindest für ihre Wahrnehmung) alleine auf der Welt sind. Einem planlos vor die Füsse laufen, im Weg rumstehen, oder den Einkaufswage in die Hacken schieben.

Die Schlange an der Kasse war vergleichsweise kurz. Ich versuchte darüber hinaus die Familie vor mir zu ignorieren. Vor allem die beiden Kinder. Zwillinge wie es schien. Aufgedreht wie geschätzte 5-jährige nunmal sind. Irgendwann, die Eltern waren mit einem Streitgespräch über irgendwas beschäftigt, griff das eine Kind meinen Leergutbon, und grinste mich breit an. Ich versuchte den Bon wiederzubekommen und erntete nur ein breiteres Grinsen, während das Kind den Bon schon zusammenknüllte. Na super. Make my day! Mit einem nicht sonderlich lauten, aber nachdrücklich ausgesprochenen “HEY!” erlangte ich die gewünschte Aufmerksamkeit des Kindes und nahm ihm den Bon aus der Hand. Ich erlangte aber auch die Aufmerksamkeit der Eltern. Die Mutter war direkt aufgebracht, und erklärte mir in “Bruchdeutsch”, daß, wenn ich ihre Kinder (aha, jetzt also beide…) nochmal so behandeln würde (hmmm…?), sie mir eine reinhauen würde. Na klasse; Jackpot. Ich versuchte sie darauf hinzuweisen, daß ich lediglich meinen Leergutbon wiederhaben wollte, den ihr Sohn ja vom Band genommen hatte. “Nicht Sohn! Ist Kind!” mischte sich nun der Vater ein. Aha, Kinder sind also geschlechtslos. Interessant. Der Vater übernahm das Gespräch nun. Allerdings verstand ich sein “Bruchdeutsch” noch weniger. Ich versuchte auch nicht, ihm zu erklären, daß Sohn durchaus eine richtige Wortwahl für “Kind männlichen Geschlechts” sei, vorraussetzend, daß er tatsächlich der Vater wäre.

Nach einigem hin und her und der sich mir aufdrängenden Erkenntnis, daß es wohl vollkommen sinnlos sein würde, diesen Eltern zu erklären, daß Erziehung ab und an auch bedeutet, seine Kinder von bestimmten Dingen abzuhalten, warf ich nur noch ein “Entschuldigung! Ist es jetzt gut?” ein. Das erzielte erstaunlicherweise tatsächlich den “jetzt-ist’s-gut-Effekt”.

erd’ ich jetzt alt? Und da wundert man sich, wenn sich misanthropische Gedanken einstellen…